Versuchsgut Wambergen
Artikel Versuchsgut Wambergen
Wie Aussaattechnik, gezielte Nährstoffplatzierung und Begleitsaaten die Entwicklung und Ertragsbildung von Winterraps beeinflussen
Auf Gut Wambergen wurden deshalb drei Stellschrauben des konventionellen Rapsanbaus untersucht: Aussaattechnik und...
Am Standort Gut Wambergen haben wir im Anbaujahr 2024/2025 einen Feldversuch zum Thema Saatreihenweiten im Winterweizen durchgeführt. Ziel war es, die Auswirkungen unterschiedlicher Reihenweiten auf die Ertragsbildung und den Pflanzenschutz zu untersuchen.
Im Rahmen des EU-Leguminosenprojektes haben wir auf unserem Standort Gut Wambergen einen Feldversuch mit Sommergerste und Futtererbse durchgeführt. Ziel war es, den Einfluss der Sätechnik auf Feldaufgang, Bestandesentwicklung, Ertrag und Unkrautdruck zu...
Aussaatvergleich Gerste: Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Gerste in der Direktsaat gleiche Erträge wie in der Mulchsaat erzielt.
Precision Farming: Lohnt der standortabhängige Betriebsmitteleinsatz? Kurz gesagt: Unter den herrschenden Bedingungen – während der gesamten Vegetationsperiode genügend Wasser, Nährstoffe ausreichend verfügbar, Krankheitsdruck hoch – waren bei...
Landwirtschaft ist nur mit wirtschaftlichem Erfolg langfristig möglich. Doch auch gilt immer mehr: Kein wirtschaftlicher Erfolg ohne Nachhaltigkeit, standortgerechtes Konzept und präzisen und damit effizienteren Einsatz von Betriebsmitteln. Um diesen neuen...
Strategien zum erfolgreichen Rapsanbau
Wie Aussaattechnik, gezielte Nährstoffplatzierung und Begleitsaaten die Entwicklung und Ertragsbildung von Winterraps beeinflussen
Auf Gut Wambergen wurden deshalb drei Stellschrauben des konventionellen Rapsanbaus untersucht: Aussaattechnik und Reihenweite, die gezielte Unterfußdüngung sowie die Platzierung von Begleitsaaten. Im Mittelpunkt stand die Entwicklung der Einzelpflanze und ihr Beitrag zum späteren Ertrag.
Rapsaussat mit Precea 6000-2FCC
Einfluss der Witterung über den gesamten Vegetationszeitraum
Die Witterung war eine große Herausforderung in der Entwicklung des Rapses. Nach der Ernte der Vorfrucht Weizen waren die darauffolgenden drei Wochen von Trockenheit und Hitze geprägt. Dies führte zu extrem trockenen Bedingungen bei der Aussaat. Wobei der Regen nach der Aussaat dazubeigetragen hat, dass der Feldaufgang gut zügig war. Die warme und feuchte Witterung im Herbst haben zu einer sehr guten Entwicklung geführt.
Das Frühjahr war von ausreichend Niederschlag geprägt, sodass wir von Anfang 2026 bis Ende Juni 26 ca. 400mm Niederschlag hatten. Ab Ende Juni ist durch eine extreme Hitzewelle der Bestand sehr schnell abgereift. Während der Blüte um den 20. April waren sehr starke Temperaturschwankungen (mehr als 20°C) zwischen Tag und Nacht, was sicherlich zu Stress in der Pflanze geführt hat.
Aussaattechnik: Standraum und Einzelpflanze im Zusammenspiel
Verglichen wurden die Drillsaat mit der AMAZONE Centaya Super mit RoTec-Scharen bei 12,5 und 25 cm Reihenabstand sowie die Einzelkornsaat mit der AMAZONE Precea 6000-2FCC bei 50 cm. Die Varianten mit der Centaya wurde mit 40 keimfähigen Körnern/m² gedrikkt und bei der Precea lag die Aussaatstärke bei 27 Körnern/m².
Die Einzelkornablage erzeugte einen sehr homogenen Bestand und legte das Saatgut gleichmäßig auf eine feuchte Bodenschicht ab. Dies zeigte sich in einem sehr homogenen Feldaufgang. Bei der Drillsaat hat sich der Feldaufgang über einen längeren Zeitraum erstreckt, sodass die Einzelpflanzen sehr unterschiedlich entwickelt waren.
Es zeigte sich, dass in der Drillsaat der tatsächliche Feldaufgang höher war, als die geplante Aussaatstärke war. Hintergrund ist, dass z.B. durch Erschütterungen durch Steine die ausgebrachte Menge verändern kann.
Bestandesentwicklung im Herbst (29.10.2025)
Einzelkornsaat mit dem höchsten Kornertrag
Der Vorteil der stärkeren Einzelpflanzen zeigte sich bis zur Ernte. Auch innerhalb der Drillsaat wirkte die Erweiterung des Reihenabstands auf 25 cm positiv. Der Ölgehalt blieb über die drei Varianten auf vergleichbarem Niveau.
Herausforderung in der Einzelkornsaat war, dass dieser Bestand einen längeren Zeitraum benötigt hat, um den Zwischenreihenbereich zu bedecken und somit Unkräuter besser zu Unterdrücken. Der Unkrautdruck war nur leicht stärker.
Herbstdüngung: Nährstoffe gezielt an die Pflanze bringen
Mit der Precea wurde die Unterfußdüngung als Band und mit FertiSpot als punktgenaues Depot verglichen. Neben einer ungedüngten Kontrolle wurden 50 und 100 % der vorgesehenen Herbstdüngung untersucht. Ziel war eine frühe Versorgung der jungen Rapspflanze bei möglichst gezielter Platzierung des Düngers.
Die Herbstdüngung erhöhte die N-Aufnahme je Pflanze und unterstützte die Vorwinterentwicklung. Dies zeigte sich z.B. bei der Bodenbedeckung, dass durch eine Düngung im Herbst der Bedeckungsgrad von ca. 43% auf ca. 66% in der 50% FertiSpot-Variante oder 77% in der 100% Düngungsvariante gesteigert wurde, was auch in den Messergebnissen der oberirdischen Sprossmasse deutlich wird. Zusätzlich hat die Herbstdüngung auch das Wurzelwachstum gefördert.
Dieser Entwicklungsvorsprung führte im Versuchsjahr jedoch nicht zu einem eindeutigen Mehrertrag. Auch zwischen Bandablage und FertiSpot war beim Ertrag kein Unterschied erkennbar. Das Ertragsniveau lag bei 40 dt/ha.
Begleitsaaten: Die Platzierung entscheidet über die Konkurrenz
Rapsbegleitsaaten haben das Ziel der Förderung von Bodenstruktur und Bodenleben. Zudem soll die Nährstoffdynamik positiv beeinflusst werden. Für viele besonders spannend: Sie können die Anzahl an Rapserdflohlarven reduzieren.
Wir haben eine Kontrollvariante verglichen mit einer flächig gesäten Begleitsaaten in einem getrennten Arbeitsschritt mit der Centaya Super und einer strukturieren Aussaat (Doppelreihe Begleitsaaten zwischen der Einzelkornsaat) mit unserer CRF-Precea. Die Bodenbedeckung war durch die Begleitsaaten besser als die Kontrollvariante, wobei die strukturierte Begleitsaat noch etwas besser Unkraut unterdrücken konnte, da dieselbe Aussaatmenge zwischen die Rapsreihe gesät wurde. Zusätzlich war in der flächige Aussaat der Begleitsaat die Entwicklung des Rapses schwächer.
Aufgrund des geringen Zufluges von Schadinsekten konnten keine Unterschiede zwischen den Varianten festgestellt werden. Ertraglich war die strukturierte Aussaat der Begleitsaat auch am stärksten. Sie führte im Vergleich zur Kontrolle und der „Wilden Begleitsaat“ zu einem Mehrertrag von 5%.
Was lässt sich für den Rapsanbau ableiten?
Die Versuchsteile zeigen einen gemeinsamen Zusammenhang: Entscheidend ist nicht allein die Menge an Saatgut oder Dünger, sondern wie gezielt der Rapspflanze Standraum und Ressourcen zur Verfügung gestellt werden. Die Precea erzielte mit reduzierter Saatstärke und 50 cm Reihenweite den höchsten Kornertrag; auch bei der Centaya wirkte die Erweiterung auf 25 cm positiv.
Die Unterfußdüngung förderte die Herbstentwicklung, ohne in diesem Jahr einen Ertragsvorteil zu erzeugen. Bei den Begleitsaaten war dagegen die räumliche Struktur entscheidend: Die flächige Mischung erhöhte die Konkurrenz, die strukturierte Aussaat stärkte die Rapspflanze und den Ertrag.
Fazit
Der Versuch auf Gut Wambergen verdeutlicht das Potenzial einer präziseren Bestandesetablierung im konventionellen Winterraps. Größerer Standraum und exakte Einzelkornablage stärkten die Einzelpflanze. Die Herbstdüngung verbesserte die Vorwinterentwicklung, während sich bei den Begleitsaaten besonders die strukturierte Platzierung positiv auf Raps und Ertrag auswirkte.
Saatreihenweiten im Winterweizen
Am Standort Gut Wambergen haben wir im Anbaujahr 2024/2025 einen Feldversuch zum Thema Saatreihenweiten im Winterweizen durchgeführt. Ziel war es, die Auswirkungen unterschiedlicher Reihenweiten auf die Ertragsbildung und den Pflanzenschutz zu untersuchen. Besonderes Augenmerk lag zudem auf möglichen Sorteneffekten zwischen einem Bestandesdichte- und einem Einzelährentyp. Zusätzlich war vorgesehen, dass eine intensive und eine extensive Herbizidstrategie verglichen werden sollten. Dabei sollte in der extensiven Strategie nach Vorlage im Herbst eine mechanische Unkrautbekämpfung im Frühjahr erfolgen.
Witterung 2024/2025
Die Versuchssaison war von extremen Wetterbedingungen geprägt. Im Herbst 2024 führte starke Niederschläge von über 50 mm in der Nacht nach der Aussaat zu schwierigen Startbedingungen. Ein Pflanzenschutz war durch die fehlende Befahrbarkeit nicht mehr möglich. Daher wurde im Frühjahr eine ganzflächige Herbizidstrategie gefahren, sodass kein mechanischer Pflanzenschutz durchgeführt wurde. Zur Ernte herrschten erneut feuchte Witterung.
Versuchsdurchführung
Der Versuch war als Streifenversuch angelet. Zum Einsatz kamen der Grubber Cenius 3003 Special und die pneumatische Sämaschine Centaya 3000 Super mit Kreiselgrubber KG. Für Düngung und Pflanzenschutz wurden ein ZA-V 4200 und die UF 1302 genutzt.
Um den Sorteneffekt auf unterschiedliche Reihenweiten zu untersuchen, wurde der Einzelährentyp KWS Keitum und der Bestandesdichtetyp Akasha verglichen. Beide Sorten wurden jeweils mit 12,5cm Reihenweite und 25 cm Reihenweite gedrillt. In den Varianten mit der 12,5cm weiten Reihe wurden 320 keimfähige Körner gedrillt. Bei einer Reihenweite von 25cm wurde die Aussaatstärke um 50% reduziert, sodass der Längsabstand in der Reihe derselbe war.
Der Bestand wurde mit insgesamt 85 kg/ha N und weiteren Nährstoffen wie Phosphor, Kali oder Schwefel Ende Februar angedüngt. Die Verteilung des Mischdüngers wurde zusätzlich zu den Daten des Spreader Application Centers noch mit den EasyCheck-System kontrolliert. Aufgrund der Witterung wurden die Schossgabe und die Abschlussgabe am 17.04.2025 in Form von AHL zusammengegeben.
Versuchsergebnisse
Der Feldaufgang lag insgesamt auf einem hohen Niveau mit einem Versuchsdurchschnitt von 91 %. Wie zu erwarten, war die Anzahl an Pflanzen pro m² in den 12,5cm Reihenweite etwa doppelt so hoch.
Die Entwicklung des Weizenbestandes war durch die Witterungsbedingungen sehr geprägt. Es gab Teilflächen mit einer schwächeren Wasserversorgung, welche im vergangenen Frühjahr relativ schnell Wasserstress gezeigt haben. Es konnte dabei keine Unterschiede zwischen der weiteren und engeren Reihe beobachtet werden.
Zu beobachten war, dass die weite Reihe später die Reihen geschlossen hat, was sich – bis auf kleineres Unkrautnest – nicht in einem höheren Unkrautdruck zur Ernte widergespiegelt hat. Zu Vegetationsbeginn war auf der gesamten Fläche ein relativ hoher Unkraut- und Ungrasdruck mit insb. Vogelmiere, Kreuzkraut und jähriger Rispe, was durch eine Herbizidmaßnahme sehr gut kontrolliert werden konnte, sodass bis auf ein Unkrautnest in der 25cm Reihenweite der Sorte Akasha kein nennenswerter Unkraut- bzw. Ungrasdruck zu bonitieren waren.
Die Bestandesentwicklung zeigte deutliche Unterschiede zwischen den Sortentypen. Der Bestandesdichtetyp Akasha reagierte mit einer stärkeren Bestockung und konnte so bei größeren Reihenweiten mehr Ähren/m² bilden. Der Einzelährentyp KWS Keitum konnte die geringere Bestandesdichte weniger gut kompensieren.
Die Ergebnisse zeigen klar: Je enger die Reihenweite, desto höher der Ertrag. Mit zunehmender Reihenweite sank die Ährenzahl pro Quadratmeter, was sich insbesondere beim KWS Keistum bemerkbar machte. Der Bestandesdichtetyp Akasha konnte dies durch eine stärkere Bestockung etwas besser ausgleichen. Dies erklärt die etwas geringere Differenz zwischen den Reihenweiten 12,5cm und 25cm bei der Sorte Akasha im Vergleich zur Sorte KWS Keitum. Die geringere Aussaatstärke konnte nicht durch höhere TKG kompensiert werden. Die Rohproteingehalte nahmen mit steigendem Ertrag ab.
Fazit
Zu Beginn ist festzustellen, dass die penumatische Sämaschine Centaya 3000 Super hervorragend gearbeitet hat, sodass im Versuchsschnitt ein Feldaufgang von über 90% erzielt werden konnte. Enge Saatreihenweiten von 12,5 cm haben sich im Versuchsjahr 2024/2025 als besonders ertragsstark erwiesen. Während der Bestandesdichtetyp Akasha durch höhere Bestockung bei größeren Reihenweiten punkten konnte, war die Ertragskompensation über die Bestockung beim Einzelährentyp KWS Keitum geringer.
Die extremen Witterungsbedingungen erschwerten Pflanzenschutzmaßnahmen, sodass in diesem Jahr keine Reduzierung der Herbizidintensität durch die Integration einer Hacke möglich war. Die Möglichkeit zur Reduzierung der Herbizidintensität werden wir in einem weiteren Versuch im Anbaujahr 2025/2026 weiter testen.
Gemengeanbau von Getreide und Leguminosen
Im Rahmen des EU-Leguminosenprojektes haben wir auf unserem Standort Gut Wambergen einen Feldversuch mit Sommergerste und Futtererbse durchgeführt. Ziel war es, den Einfluss der Sätechnik auf Feldaufgang, Bestandesentwicklung, Ertrag und Unkrautdruck zu untersuchen. Darüber hinaus interessierte uns, welche wirtschaftlichen Effekte sich aus dem Gemengeanbau im Vergleich zu den Reinsaaten ergeben.
Versuchsaufbau
Die Anlage erfolgte in Blockform mit unterschiedlichen Sätechniken. Zum Einsatz kamen die Centaya 3000 Super mit Kreiselgrubber, die Avant 6002-2 mit FTender 2200 sowie die Precea 6002-2FCC mit RoTec-Scharen. Ergänzend wurden Catros+ 5000-2 Pro, Cenius 3003 Special, ZA-V 4200 und die UF 1302 eingesetzt.
Die Sommergerste erhielt eine Stickstoffdüngung von 91 kg/ha. Im Gemenge wurde die Düngung auf 50 % reduziert und in zwei Varianten wurde der Dünger reihenbezogen ausschließlich an die Gerstenreihe appliziert. Als Aussaatstärke wurde im Gemenge von beiden Partner 50% der Reinsaat genommen. Die Aussaatstärke der Erbse wurde bei der Aussaat mit der Precea nochmals um 10% reduziert.
Feldaufgang und Bestandesentwicklung
Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede zwischen den eingesetzten Sätechniken. Mit der Precea konnte bei der Erbse ein um rund 20 % verbesserter Feldaufgang gegenüber den RoTec-Scharen erreicht werden. Die Centaya überzeugte durch sehr gute Feldaufgänge in beiden Kulturen. Dies ist mit der aktiven Bodenbearbeitung beim Säen zubegründen, während alle anderen Varianten am Tag zuvor gekreiselt wurden. Der verbesserte Feldaufgang schlug sich jedoch nicht unmittelbar in höheren Erträgen nieder.
Unkrautdruck
Insgesamt war der Druck durch Ungräser gering. Die Jährige Rispe trat als Hauptungras auf, während Ausfallraps die dominierende Unkrautart darstellte. In der rein mechanisch behandelten Variante zeigte sich der stärkste Unkrautdruck. Trotz der trockenen Witterung konnte das eingesetzte Bodenherbizid eine gewisse Wirkung entfalten, war jedoch durch die Witterung stark eingeschränkt.
Abreife und Ertrag
Die Sommergerste übernahm im Gemenge die Rolle der Stützfrucht für die Erbse. In der Reinsaat neigte die Erbse stärker zu Lager. Zur Ernte zeigten sich homogene Abreifegrade: Die Erbsen hatten eine Feuchtigkeit von 14,7 %, die Gerste 15,8 %.
Bei den Erträgen konnte die Variante Avant Bio durch eine höhere Bestockung die besten Ergebnisse liefern. Die reine Erbsensaat brachte die geringsten Erträge hervor, während die Sommergerste einen Mehrertrag von 21 dt/ha erzielte. Eine platzierte N-Düngung führte weder zu höheren Erträgen noch zu einer besseren Qualität. In den Varianten der Precea-Aussaat hat sich im Ertrag ein höherer Anteil an Erbse herausgestellt.
Wirtschaftlichkeit
Alle geprüften Varianten wiesen negative Deckungsbeiträge auf. Dabei schnitt die Sommergerste besser ab als die Erbse. Der Gemengeanbau konnte den negativen Deckungsbeitrag der Erbse jedoch um rund 100 €/ha kompensieren. Hauptursache für die wirtschaftlich unbefriedigenden Ergebnisse waren die Maschinenkosten.
Fazit
Der Gemengeanbau von Sommergerste und Futtererbse zeigt, dass einige Herausforderungen des Leguminosen-Anbaues, wie die Lagergefahr, gemeistert werden können. Ein weiterer Aspekt ist, dass das Ertragsausfallrisiko des Erbsenanbaues durch den Gemengeanbau reduziert werden kann, was es ökonomisch vorteilhafter macht. Zusätzlich wird sichtbar, dass eine perfekte Saatgutablage einen wesentlichen Einfluss auf den Feldaufgang hat. Eine Herausforderung im Gemengeanbau bleiben die eingeschränkten Herbizidoptionen, da in unserem Fall nur ein Herbizid möglich war. Daher kommt der mechanische Unkrautbekämpfung eine besondere Rolle zu teil.
Aussaatvergleich Gerste
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Gerste in der Direktsaat gleiche Erträge wie in der Mulchsaat erzielt. Die extensive Direktsaat führt allerdings zu einem höheren Unkrautdruck, vor allem bei Gräsern.
Im Anbaujahr 2023/24 haben wir am Standort Wambergen einen Verfahrensvergleich von Direktsaat zu klassischer Mulchsaat mit Wintergerste (Vorfrucht Winterraps) durchgeführt. Bei der Direktsaat haben wir zudem getestet, ob und wie sich zwei verschiedene Pflanzenschutzstrategien (intensiv/extensiv) auswirken, während in der Mulchsaat eine extensive Strategie gewählt wurde.
Versuchsablauf
Anfang September wurden die Teilstücke für die Direktsaat mit einer Glyphosat-Behandlung (UX5201 Super) vorbereitet. Auf der Fläche für die Mulchsaat kamen vorbereitend der Catros+ 5000-2 Pro und der Cenius 3002 Special zum Einsatz.
Die Aussaat der Wintergerste (KWS Exquis) mit einer Aussaatstärke von 320 Körnern/qm wurde auf allen Teilflächen Anfang Oktober durchgeführt. Die Direktsaat erfolgte mit der Primera DMC 3000-C (18,75 cm Reihenweite), die Mulchsaat mit der Centaya 3000 Super + KG (12,5 cm Reihenweite).
Zur Unkrautkontrolle haben wir Mitte Oktober auf allen Teilflächen eine Herbizidmaßnahme durchgeführt. Nur auf dem Teilstück der intensiven Direktsaat erfolgte Mitte März eine zweite Herbizidmaßnahme. Die weiteren Pflanzenschutzmaßnahmen sowie die Düngung (ZA-V 4200 & UF 2002 mit FT1001) erfolgten einheitlich in allen Varianten (siehe Übersicht).
Was haben wir genau untersucht?
Zum einen hat uns bei diesem Versuch interessiert, ob in der Direktsaat die gleiche Pflanzenschutzstrategie möglich ist wie in der Mulchsaat. Außerdem wollten wir wissen, ob die Gerste in der Direktsaat ein identisches Ertragsniveau erreicht wie in der Mulchsaat und ob sich insgesamt ein betriebswirtschaftlicher Vorteil der Direktsaat ergibt. Schließlich haben wir uns auch angesehen, ob die Direktsaat einen Effekt auf die Bodenstruktur hat.
Was zeigte sich im Feld?
Die Bestandsdichten lagen in den drei Varianten auf einem hohen Niveau (siehe Grafik), die Reihenweite hat in diesem Punkt offenbar keine Rolle gespielt. Unterschiede waren in puncto Unkrautdruck zu beobachten, hier wirkte sich bei den Direktsaatvarianten die spätere Bestandsschließung als Folge der höheren Reihenweite aus. Vor allem die extensive Direktsaat hatte mit einem höheren Unkrautdruck zu kämpfen, wohingegen die intensive Direktsaat von der Herbizidmaßnahme im Frühjahr deutlich profitiert hat, hier konnte der Unkrautdruck halbiert werden.
Grundsätzlich ist zu sagen, dass es wenig Mittel gegen Gräser in Gerste gibt und der Behandlungserfolg zudem mit nur etwa 50 % zu wünschen übriggelassen hat.
Und der Ertrag?
In puncto Ertrag erreichten alle Varianten ein für unsere Region sehr hohes Niveau. Raps als Vorfrucht ist als ideal für die Direktsaat zu bewerten. Die Direktsaat extensiv hat den höchsten Ertrag verzeichnet, hier zeigt sich, dass die Gräsermaßnahme im Frühjahr bei der Variante Direktsaat intensiv ca. 15dt/ha an Ertrag gekostet hat.
Die Mulchsaat war im Bestand während der gesamten Anbauperiode immer etwas weiter als die Direktsaat. Zur Ernte war die Gerste dann bereits stärker zusammengebrochen und damit schwieriger zu ernten, was zu höheren Ernteverlusten durch Ausfallgetreide geführt hat. Hier wäre ein etwas früherer Erntezeitpunkt sinnvoll gewesen sowie eventuell eine stärkere Behandlung mit Wachstumsregler/Fungizid gegen Halmbruch.
Die Feuchtigkeit lag im kompletten Bestand mit ca. 11 % auf einem niedrigen Niveau.
Beim Erlös machten sich die höheren Pflanzenschutzkosten und der niedrigere Ertrag bei der intensiven Direktsaat bemerkbar, die in puncto Deckungsbeitrag merklich unter dem Ergebnis der beiden anderen Varianten liegt. Die extensive Direktsaat schneidet hier am besten ab, der höhere Unkrautdruck spiegelt sich in dem guten Ergebnis nicht wider.
Fazit: Wir haben einen sehr guten Ertrag ernten können und konnten durch die Direktsaat die Kosten reduzieren, Ein Effekt auf die Bodenstruktur durch die Direktsaat hat sich aktuell nicht gezeigt, allerdings erfolgte die Umstellung auf Direktsaat auf der Fläche erst mit Ansaat der Gerste. Hier interessiert uns die mittelfristige Entwicklung, weshalb wir mehrere Jahre hintereinander mit Direktsaat arbeiten werden. In Zukunft ist genau beobachten, wie sich durch die Direktsaat die Unkrautdynamik verändert. Nach der Ernte der Wintergerste, das Stroh ist auf der Fläche geblieben, wurde eine Zwischenfrucht gesät, wo durch das Zinkenschar der Primera DMC 3000-C die Zwischenfrucht sich sehr gut etablieren konnte. Im Anbaujahr 2024/25 wird Mais angebaut und werden verschiedene Intensitäten der Bodenbearbeitung vergleichen.
Precision Farming: Lohnt der standortabhängige Betriebsmitteleinsatz?
Kurz gesagt: Unter den herrschenden Bedingungen – während der gesamten Vegetationsperiode genügend Wasser, Nährstoffe ausreichend verfügbar, Krankheitsdruck hoch – waren bei teilflächenspezifischer Bewirtschaftung keine Unterschiede in puncto Ertrag oder Qualität festzustellen. Es zeigte sich einzig eine leichte Tendenz dahingehend, dass variable Dünge- und Pflanzenschutzmaßnahmen zu besseren Ergebnissen führen.
In diesem Versuch sind wir der Frage nachgegangen, ob es sinnvoll ist, Weizen nach Bodeneigenschaften zu führen und dafür auf einem heterogenen Standort Precision Farming einzusetzen.
Versuchsaufbau
Am Standort Wambergen haben wir die Fläche „Tafelbreite“, auf der als Vorfrucht Winterraps stand, für diesen Versuch genutzt. Eine Faktorkarte diente als Grundlage für alle Dünge- und Pflanzenschutzmaßnahmen, basierend auf Bodenunterschieden wie Durchwurzelungstiefe, Boderschätzung oder Leitfähigkeit.
Die Aussaat der Sorte KWS Keitum erfolgte am 7. Oktober 2023 mit der Centaya Super 3000 + KG in unterschiedlichen Stärken, von 240 Körner/qm bzw. 320 Körner/qm fix bis 240–320 Körner/qm variabel. Düngung (ZA-V 4200) und Pflanzenschutz (UX 5201 Super/UF 2002 + FT1001) erfolgten entweder im Standard oder variabel an die Bodenverhältnisse angepasst. Zwei Teilflächen wurden zudem mit einer reduzierten Düngergabe geführt.
Anzumerken ist, dass wir über die gesamte Vegetationsperiode sehr hohe Niederschläge zu verzeichnen hatten und es durch extrem feuchte Bedingungen bei der Aussaat eine Herausforderung war, die Kultur grundsätzlich zu etablieren.
Was haben wir genau untersucht?
Wir wollten herausfinden, ob eine teilflächenspezifische Bewirtschaftung Vorteile im Ertrag mit sich bringt. Außerdem haben wir uns angeschaut, ob und wie der Bestand auf die teilflächenspezifische Düngung und die teilflächenspezifische Wachstumsreglermaßnahme reagiert. Als drittes ging es um die Frage, ob Betriebsmittel durch eine angepasste Bewirtschaftung eingespart werden können.
Was zeigte sich im Feld?
Im Bestandsaufbau waren keine nennenswerten Unterschiede festzustellen, weder was Ähren/qm anging noch in Bezug auf den Unkrautdruck. Der teilflächenspezifische Einsatz eines Wachstumsreglers hatte keinen Einfluss auf die Pflanzenlänge oder den Krankheitsdruck. Hier muss erwähnt werden, dass die Sortenwahl uns zugutekam, beim CRF-Versuch mit einer anderen Weizensorte hatten die Pflanzen deutlich mehr mit Krankheiten zu kämpfen.
Und der Ertrag?
Die Erträge bewegten sich alle auf einem ausgesprochen ähnlichen – für die Region sehr hohen – Niveau, ebenso waren beim Rohproteingehalt keine nennenswerten Unterschiede festzustellen. Es lässt sich festhalten, dass die teilflächenspezifische Bewirtschaftung keinen Einfluss auf Ertrag und Qualität hatte. Die unterschiedlichen Aussaatstärken spiegeln sich ebenfalls nicht im Ertrag wider und auch die Düngerreduzierung um 20 % auf zwei der Parzellen hat sich nicht auf Ertrag oder Qualität ausgewirkt.
Aufgrund der vorliegenden Ergebnisse haben wir uns entschlossen, den Versuch nicht weiter fortzuführen, sondern im aktuellen Anbaujahr den Fokus auf andere Fragestellungen zu legen.
Feldversuche auf dem AMAZONE Versuchsgut Wambergen
Willkommen auf dem AMAZONE Versuchsgut Wambergen
Herzlich willkommen am Versuchsgut Wambergen von AMAZONE.
Ein Ort, an dem AMAZONE neuste ackerbauliche und pflanzenbauliche Konzepte entwickelt und erprobt.
Landwirtschaft ist nur mit wirtschaftlichem Erfolg langfristig möglich. Doch auch gilt immer mehr: Kein wirtschaftlicher Erfolg ohne Nachhaltigkeit, standortgerechtes Konzept und präzisen und damit effizienteren Einsatz von Betriebsmitteln.
Um diesen neuen Herausforderungen der Landwirtschaft mit angepassten Lösungen zu begegnen, entwickelt AMAZONE den Intelligenten Pflanzenbau – als Grundlage für die Entwicklung der innovativen Landtechnik und ebenso als Grundlage der nachhaltigen Intensivierung für die Sicherung landwirtschaftlicher Erträge, unter allen Bedingungen.
Versuche der Saison 2023/24
Versuch 1: Controlled Row Farming – Reihenbezogenes Pflanzenbaukonzept
Versuch 2: optimale Saat im Gemengeanbau von Mais und Leguminosen Ackerbohne, Lupine oder Erbse
Versuch 3: Precision Farming - Variables Bestandsmanagement von Winterweizen nach Raps
Versuch 4: Verfahrensvergleich von Mulch- und Direktsaat von Wintergerste nach Raps
Versuch 1: Controlled Row Farming
Reihenbezogenes Pflanzenbaukonzept für mehr Effizienz und Biodiversität
Eine große Herausforderung der Landwirtschaft ist neben steigenden Erzeugerpreisen die geforderte Reduzierung von Pflanzenschutz- und Düngemitteln. Einerseits soll die Umwelt geschützt werden, andererseits müssen Erträge auf gutem Niveau abgesichert werden. Um diesen Zielkonflikt aufzulösen, gibt es verschiedene Wege – eine reihenbezogene Bewirtschaftung ist eine Möglichkeit.
Was ist dafür erforderlich? Diese Frage stellt sich AMAZONE in Zusammenarbeit mit SCHMOTZER Hacktechnik, DSV und AGRAVIS und erprobt deshalb das reihenbezogene Pflanzenbaukonzept Controlled Row Farming, bei dem Saatgut, Dünger und Pflanzenschutzmittel eingespart und trotzdem gute Erträge erzielt werden sollen. Der Ansatz: Eine geringere Bestandsdichte wird durch eine bessere Entwicklung der Einzelpflanze ausgeglichen, während die Einsatzmengen und Kosten für Betriebsmittel insgesamt sinken.
CRF auf den kurzen Blick
- Anbau aller Kulturen erfolgt in festem
- Reihenabstand von 50 cm, Getreide in Doppelreihe.
- Untersaaten unterdrücken Unkräuter, fixieren Stickstoff und mobilisieren Nährstoffe.
- Mehr Platz fördert die Pflanzenentwicklung und resultiert in erhöhter Stresstoleranz.
- Reihenversatz von 25 cm erlaubt Mitnahme positiver Fruchtfolgeeffekte.
- Bandspritzung und Düngerplatzierung für gezielten Einsatz der Betriebsmittel.
- Förderung der Biodiversität kann zu Mindererträgen führen.
- Weitere Informationen:
www.controlled-row-farming.de
Etablierung
Die Volumensaat erfolgt z. B. mittels Avant mit FTender mit Zweikammerbehälter oder mit der Einzelkorn-Sämaschine Precea von AMAZONE auf 50-cm-Reihenabstand. Begleit-pflanzen als Untersaat werden entweder mit der Winterkultur ausgebracht oder nach der Hauptkultur im Frühjahr z. B. bei der ersten mechanischen Unkrautbekämpfung mit SCHMOTZER Hacktechnik etabliert.
Bestandsführung
Großer Baukasten an Möglichkeiten: Flächige Spritzung gegen z. B. Gräser, gleichzeitiges Hacken mit Bandspritzung, konzentrierte Applikation von Flüssigdünger in der Reihe.
Ergebnisse und Herausforderungen
Im Allgemeinen können Erträge auf stabilem Niveau gehalten werden. Die geringere Bestandsdichte wird weitestgehend durch eine größere Bestockung ausgeglichen. Die Kosten sinken durch Einsparung an Betriebsmitteln deutlich, jedoch liegt der Arbeitszeitbedarf deutlich höher. Automatisierte Landtechnik kann eventuell Abhilfe schaffen, insbesondere in Bezug auf das Hacken.
Versuch 2: Mais-Gemenge-Anbau mit Leguminosen
Vergleich des Gemengeanbaus von Mais und Ackerbohne, Lupine oder Erbse innerhalb und zwischen der Reihe zur Erhöhung der Biodiversität und Nutzung der leguminosen Stickstofffixierung.
Ziel des Versuchs ist die Erprobung der geeigneten Sätechnik zur Etablierung und Führung des Gemengebestandes. Zu diesem Zweck wird das Projekt untersuchen, ob die Kombination einer reduzierten Pflanzenschutzanwendung mit Begleitpflanzen eine ausreichende Unkrautunterdrückung als Alternative zu Herbizideinsatz oder Hacken ermöglicht. Des Weiteren werden Möglichkeiten der gleichzeitigen Ernte von Gemengen analysiert.
Versuchsfragen:
- Welche Sätechnik eignet sich am besten, in oder zwischen der Reihe?
- Werden Unkräuter wirksam unterdrückt?
Versuch 3: Precision Farming – variables Bestandsmanagement von Winterweizen nach Raps
Variables Bestandsmanagement von Winterweizen nach Raps hinsichtlich Saat, Düngung und Pflanzenschutz (jeweils variable Aufwandmengen), abhängig von heterogener Bodenqualität.
Technische Lösungen ermöglichen, die Flächen entsprechend ihrer Bodeneigenschaften und Ertragspotenziale zu bewirtschaften. Die Vorteile sind: Betriebsmittel können eingespart oder effizienter eingesetzt werden.
Versuchsfragen:
- Gibt es unterschiedliche Dünge- und Pflanzenschutzstrategien?
- Lohnt der Aufwand von variabler Bestandsführung?
Versuch 4: Verfahrensvergleich von Mulch- und Direktsaat von Wintergerste nach Raps
Variante A: Mulchen der Erntereste, Totalherbizid, Direktsaat mit Primera DMC.
Variante B: Flache und tiefe Bodenbearbeitung mit Catros und Cenius, dann Saat mit Avant-Sämaschine.
Vielfältige Diskussion über zukünftige Strategien in der Bodenbearbeitung vor dem Hintergrund der sich ändernden klimatischen, politischen und pflanzenbaulichen Herausforderungen.
Versuchsfragen:
- Ist eine einheitliche Pflanzenschutzstrategie möglich?
- Welche Erträge werden erreicht, gibt es betriebswirtschaftliche Vorteile?
Die Reduzierung der Bodenbearbeitung kann:
- zu Einsparung von Kosten, Arbeitszeit und Kraftstoff durch reduzierte Bodenbearbeitung führen
- zu geringerem Investitionsaufwand für Maschinen und Traktoren führen
- jedoch auch zu einer höheren Verunkrautung führen und damit einen höheren Herbizideinsatz erfordern.