Strategien zum erfolgreichen Rapsanbau

Rapsaussat mit Precea 6000-2FCC

Wie Aussaattechnik, gezielte Nährstoffplatzierung und Begleitsaaten die Entwicklung und Ertragsbildung von Winterraps beeinflussen 

Auf Gut Wambergen wurden deshalb drei Stellschrauben des konventionellen Rapsanbaus untersucht: Aussaattechnik und Reihenweite, die gezielte Unterfußdüngung sowie die Platzierung von Begleitsaaten. Im Mittelpunkt stand die Entwicklung der Einzelpflanze und ihr Beitrag zum späteren Ertrag. 

Rapsaussat mit Precea 6000-2FCC 

Einfluss der Witterung über den gesamten Vegetationszeitraum 

Die Witterung war eine große Herausforderung in der Entwicklung des Rapses. Nach der Ernte der Vorfrucht Weizen waren die darauffolgenden drei Wochen von Trockenheit und Hitze geprägt. Dies führte zu extrem trockenen Bedingungen bei der Aussaat. Wobei der Regen nach der Aussaat dazubeigetragen hat, dass der Feldaufgang gut zügig war. Die warme und feuchte Witterung im Herbst haben zu einer sehr guten Entwicklung geführt. 

 

Rapsblütenbehandlung mit Pantera 7504

Das Frühjahr war von ausreichend Niederschlag geprägt, sodass wir von Anfang 2026 bis Ende Juni 26 ca. 400mm Niederschlag hatten. Ab Ende Juni ist durch eine extreme Hitzewelle der Bestand sehr schnell abgereift. Während der Blüte um den 20. April waren sehr starke Temperaturschwankungen (mehr als 20°C) zwischen Tag und Nacht, was sicherlich zu Stress in der Pflanze geführt hat. 

Aussaattechnik: Standraum und Einzelpflanze im Zusammenspiel 

Rapsaussaat mit Centaya Super

Verglichen wurden die Drillsaat mit der AMAZONE Centaya Super mit RoTec-Scharen bei 12,5 und 25 cm Reihenabstand sowie die Einzelkornsaat mit der AMAZONE Precea 6000-2FCC bei 50 cm. Die Varianten mit der Centaya wurde mit 40 keimfähigen Körnern/m² gedrikkt und bei der Precea lag die Aussaatstärke bei 27 Körnern/m².

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Feldaufgang Aussaattechnik

Die Einzelkornablage erzeugte einen sehr homogenen Bestand und legte das Saatgut gleichmäßig auf eine feuchte Bodenschicht ab. Dies zeigte sich in einem sehr homogenen Feldaufgang. Bei der Drillsaat hat sich der Feldaufgang über einen längeren Zeitraum erstreckt, sodass die Einzelpflanzen sehr unterschiedlich entwickelt waren. 

Es zeigte sich, dass in der Drillsaat der tatsächliche Feldaufgang höher war, als die geplante Aussaatstärke war. Hintergrund ist, dass z.B. durch Erschütterungen durch Steine die ausgebrachte Menge verändern kann.

Bestandesentwicklung im Herbst (29.10.2025) 

Einzelkornsaat mit dem höchsten Kornertrag 

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Ertragsergebnis Aussaattechnik

Der Vorteil der stärkeren Einzelpflanzen zeigte sich bis zur Ernte. Auch innerhalb der Drillsaat wirkte die Erweiterung des Reihenabstands auf 25 cm positiv. Der Ölgehalt blieb über die drei Varianten auf vergleichbarem Niveau.

 

Herausforderung in der Einzelkornsaat war, dass dieser Bestand einen längeren Zeitraum benötigt hat, um den Zwischenreihenbereich zu bedecken und somit Unkräuter besser zu Unterdrücken. Der Unkrautdruck war nur leicht stärker. 

Herbstdüngung: Nährstoffe gezielt an die Pflanze bringen 

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Herbstentwicklung in Abhängigkeit der Herbstdüngung

Mit der Precea wurde die Unterfußdüngung als Band und mit FertiSpot als punktgenaues Depot verglichen. Neben einer ungedüngten Kontrolle wurden 50 und 100 % der vorgesehenen Herbstdüngung untersucht. Ziel war eine frühe Versorgung der jungen Rapspflanze bei möglichst gezielter Platzierung des Düngers. 

 

Die Herbstdüngung erhöhte die N-Aufnahme je Pflanze und unterstützte die Vorwinterentwicklung. Dies zeigte sich z.B. bei der Bodenbedeckung, dass durch eine Düngung im Herbst der Bedeckungsgrad von ca. 43% auf ca. 66% in der 50% FertiSpot-Variante oder 77% in der 100% Düngungsvariante gesteigert wurde, was auch in den Messergebnissen der oberirdischen Sprossmasse deutlich wird. Zusätzlich hat die Herbstdüngung auch das Wurzelwachstum gefördert.

Dieser Entwicklungsvorsprung führte im Versuchsjahr jedoch nicht zu einem eindeutigen Mehrertrag. Auch zwischen Bandablage und FertiSpot war beim Ertrag kein Unterschied erkennbar. Das Ertragsniveau lag bei 40 dt/ha.

Begleitsaaten: Die Platzierung entscheidet über die Konkurrenz 

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Herbstentwicklung in Abhängigkeit von Begleitsaaten

Rapsbegleitsaaten haben das Ziel der Förderung von Bodenstruktur und Bodenleben. Zudem soll die Nährstoffdynamik positiv beeinflusst werden. Für viele besonders spannend: Sie können die Anzahl an Rapserdflohlarven reduzieren. 

Wir haben eine Kontrollvariante verglichen mit einer flächig gesäten Begleitsaaten in einem getrennten Arbeitsschritt mit der Centaya Super und einer strukturieren Aussaat (Doppelreihe Begleitsaaten zwischen der Einzelkornsaat) mit unserer CRF-Precea. Die Bodenbedeckung war durch die Begleitsaaten besser als die Kontrollvariante, wobei die strukturierte Begleitsaat noch etwas besser Unkraut unterdrücken konnte, da dieselbe Aussaatmenge zwischen die Rapsreihe gesät wurde. Zusätzlich war in der flächige Aussaat der Begleitsaat die Entwicklung des Rapses schwächer.

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Aufgrund des geringen Zufluges von Schadinsekten konnten keine Unterschiede zwischen den Varianten festgestellt werden. Ertraglich war die strukturierte Aussaat der Begleitsaat auch am stärksten. Sie führte im Vergleich zur Kontrolle und der „Wilden Begleitsaat“ zu einem Mehrertrag von 5%. 

Was lässt sich für den Rapsanbau ableiten? 

Die Versuchsteile zeigen einen gemeinsamen Zusammenhang: Entscheidend ist nicht allein die Menge an Saatgut oder Dünger, sondern wie gezielt der Rapspflanze Standraum und Ressourcen zur Verfügung gestellt werden. Die Precea erzielte mit reduzierter Saatstärke und 50 cm Reihenweite den höchsten Kornertrag; auch bei der Centaya wirkte die Erweiterung auf 25 cm positiv. 

Die Unterfußdüngung förderte die Herbstentwicklung, ohne in diesem Jahr einen Ertragsvorteil zu erzeugen. Bei den Begleitsaaten war dagegen die räumliche Struktur entscheidend: Die flächige Mischung erhöhte die Konkurrenz, die strukturierte Aussaat stärkte die Rapspflanze und den Ertrag. 

Fazit 

Der Versuch auf Gut Wambergen verdeutlicht das Potenzial einer präziseren Bestandesetablierung im konventionellen Winterraps. Größerer Standraum und exakte Einzelkornablage stärkten die Einzelpflanze. Die Herbstdüngung verbesserte die Vorwinterentwicklung, während sich bei den Begleitsaaten besonders die strukturierte Platzierung positiv auf Raps und Ertrag auswirkte.